Karate-dô

Shôtôkan Karate-dô


Funakoshi Gichin (1868 - 1957)

Begründer des modernen Karate


Kronologie    
1868  Geboren in Shuri, Okinawa 
1879  Training unter Yasutsune Azato und Anko Itosu. 
1901  Erste offizielle Karatedemonstration 
1903  Erste Aufnahme des Karate in den Lehrplänen der öffentlichen Schulen auf Okinawa. 
1917  Erste Karatedemonstration auf der japanischen Hauptinsel. 
1921  Demonstration beim Besuch des japanischen Kronprinzen ( Hirohito). 
1922  Etablierung des ersten japanischen Karate Clubs in Tôkyô. 
1936  Eröffnung des "Shôtôkan-Dôjô", welches von seinen Schülern errichtet wurde.  
1945  Das "Sôtôkan-Dôjô" wird bei einem Luftangriff zerstört. 
1947  Funakoshis Frau stirbt auf Okinawa. 
1957  Verstab Funakoshi Gichins in Tôkyô am 26. April. Sein Grab befindet sich in Kamakura, Japan.  

Was ist Karate?

Karate-Do hat keine so begrenzten Ideale wie das Gewinnen einer Meisterschaft. Vielmehr ist der Fortschritt, das Vorankommen, in einer Kunst wie das erklimmen einer Treppe oder einer Anzahl von steilen Stuffen. Wenn Geist und Körper beginnen eins zu werden bewegt man sich kontinuierlich vorwärts und aufwärts, Schritt für Schritt. Auch wenn der Körper nachlässt liegen immer noch weitere Schritte auf der Suche nach Perfektion des Charakters vor einem. Niemand ist vollkommen und deshalb ist der Prozess bis zum Tage des eigenen Todes nicht abgeschlossen. Wir alle können dem nach fortschritte machen, wenn wir es nur versuchen. Der Zweck ist also nicht die Aneignung eines breitgefächerten Kampfeswissen, sondern der Zweck liegt im Gewinn eines sehr tiefen Verständnisses einer Kunst, die zur Perfektionierung des eigenen Charakters führt.


Karate wird im Wesentlichen unter vier Aspekte untergliedert:


Kihon (Grundschule / Basis):

Kihon ist die Basis des Karate. Hier werden je nach Graduierung und Fähigkeiten Stände, Abwehr-, Schlag- und Beintechniken trainiert. Zunächst erfolgen die Bewegungen langsam und zergliedert um dem Beginner die Möglichkeit zu geben Techniken genau zu studieren und sich über das Prinzip klar zu werden. Im fortgeschrtteneren Stadium werden einzelne Techniken zu komplexen Kombinationen zusammengefasst, wobei hier bestrebt wird der perfektion möglichst nahe zu kommen. Dies erfordert ein hohes mass an Koordination, Flexibilität, Timing, Schnellkraft, Beweglichkeit und Ausdauer.


Kumite (Kampfübungen):

Kumite, Kampfübungen herbei werden vorher erlernte Techniken, aus dem Kihon, gemeinsamm mit dem Trainingspartner oder Partnern geübt. Auch hier beginnt man zunächst mit einfachen und vorgeschriebenen Abläufen bis hin zum Freienkampf.


Kata (Form):

Kata ist der Ursprung des modernen Karate und ein vermächniss der alten Karate Meister an jedem der Karate betreibt. Hier wurden von alten Karate Meistern bewegungsabfolgen von Abwehr-, und Kontertechniken zusammen gefast, die für den Aussenstehenden eher wie ein art Tanz aussehen.


Bunkai (Zersetzung der Kata):

Bunkai bedeutet das Aus


Geschichte des Krate-dô

Die Wiege des Karate stand einst auf einem südlich von Japan gelegenem Land, dem früheren Königreich der Ryûkyû-Inseln, der heutigen Präfektur Okinawa. Niemand kennt den genauen Zeitpunkte der Entstehung unsere geliebten Kampfkunst, da diese vor Aussenstehende stehts streng im Verborgen gehalten wurde. Daher gibt es auch keinerlei Aufzeichnungen von den Anfängen.
Sicher ist jedoch das Zweimal in der Geschichte der Ryûkyû-Inseln ein Waffenverbot verhängt wurde. Das erste Waffenverbot wurde in der Zeit der sogenannten drei Königreiche verhängt in der das Land unter internen Machtkämpfen, Aufständen und Unruhen litt. Im Jahre 1416 gelang es dem König Sho Hashi (auch Sho Shin) das Land zu einigen. Um den Frieden zu sichern gab er den Erlass heraus, der den Besitz von Waffen streng verbot. Er rief die Verwaltungsbeamten und Gelehrten der gesamten Nation zusammen und zentralisierte die Verwaltung des Landes vollständig. Die nächsten zwei Jahrhunderte lebten die Einwohner der Insel in einem ungestörten Frieden. Bis 1609 als Sie vom Clan der Shimazu angegriffen wurden, die während des Japanischen Bürgerkrieges einen einzigartigen Ruf wegen ihres Mutes und ihrer Grausamkeit erlangten. Die furchterregenden Samurai der Shimazu stiessen auf unerwarteten und erstaunliche starken Widerstand, so das der Frontalangriff auf den Hafen von Naha (dem Tor zu Okinawa) fehl schlug. Es gelang den Angreifern erst Fuss zu fassen nachdem Sondereinheiten die Insel um stellt hatten und sie einen Überraschungsangriff gegen den unbewachten Hafen der Stadt Unten führten. Bald darauf viel auch die Hauptinsel Okinawa in die Hände der Shimazu und das zweite Waffenverbot, welches auch die Ober-klasse betraff, trat in kraft. Die meisten Historika sind der Ansicht das, das zweite Waffenverbot der Ausschlag gebende Punkt für die Entstehung bzw. Fortentwicklung einer Waffenlosen Selbstverteidigung, also dem Karate, ist. Da die Ryûkyû-Insel ein gegenüber China tributpflichtiger Staat war, gab es einen intensiven Kontakt zwischen ihnen und der Provinz Fukien, auf dem chinesischen Fest- land. Daher war es nicht verwunderlich dass, das chinesische Kenpô auf der Insel bekannt wurde und vermutlich einzelne Elemente modifiziert und in einheimische Stile übernommen wurden. Zumindest ist es denkbar, das die Vorläufer des Karate-dô, das Okinawa-te und das Tô-de so entstanden sind.
Die Kampfmethoden und alles, was zur Karatelehre gehörte wurde streng geheim gehalten und sorgfältig vor den Augen der Satsuma-Herren verborgen. Die Bewohner der Ryûkyû-Inseln liessen nichts über dessen Existenz verlauten und die umfangreichen Vorsichtsmassnahmen der Geheimhaltungen waren beispiellos. So war es z. B. auch verboten jegliche schriftliche Aufzeichnung über das Karate anzufertigen, deshalb weiss man bis heute nicht wer einst Karate schuf und wie es damals gelehrt wurde. So ist es auch nicht verwunderlich das die damalige Notwendigkeit der Geheimhaltung auch noch tief im Volk verwurzelt war als sie in der Meiji-Zeit (1868-1921) nicht mehr nötig war. Ganz gleich, welches Wissen wir heute über den geschichtlichen Hintergrund des Karate haben, es ist ausschliesslich in mündlicher Tradition weitergegeben worden.
Funakoshi Giichin erst, öffnet uns allen den Weg zum Karat. Er brachte Karate aus dem verborgenen in die Öffentlichkeit, indem er Vorführungen gab und somit das Interesse der Bevölkerung geweckte hat. So kam es das der Japanische Kaiser Funakoshi nach Japan einlud
um seine Künste zu repräsentieren. Von da an breitete sich das Karate von Okinawa nach Japan aus wo Funakoshi dann auch das erste offizielle Karate Dôjô eröffnete. Aus diesem Kreis
Verbreitete sich das Karate Weltweit und ereichte den Standart den wir Heute kennen.


Weiterentwicklung zum Koshinkan

KOSHINKAN ist eine konsequente Weiterentwicklung der von Prof. Gichin Funakoshi geprägten KARATE-STILRICHTUNG SHOTOKAN hin zu einem zeitgemäßen, anwendbaren und zukunftsorientierten Karate! Shotokan, wie übrigens viele andere Stilrichtungen, endet unseres Erachtens als reine Karatestilart mit dem Prüfungsprogramm! Bis dahin werden Jahre lang Stellungen, Techniken und Bewegungsabläufe trainiert, die nur das eine Ziel haben, die nächste Gürtelprüfung zu bestehen, also zum reinen Selbstzweck!

Spätestens beim Wettkampf- und Selbstverteidigungstraining - außer zum Kihon-Ippon-Kumite, - wird den Karatesportlern von ihren Trainern geraten, die oben genannten Stellungen und Bewegungsabläufe zu vergessen, denn gerade die sind in dieser Form im Wettkampf nicht anwendbar. Niemand steht in der Selbstverteidigung oder im Kumite-Wettkampf im Zenkutsu-, Kokutsu- oder Kiba-Dachi. Und ebenso sieht es mit den Techniken und Bewegungsabläufen aus. Keiner zieht die ruhende Faust z.B. beim Tsuki-Angriff oder Armabwehr zur Hüfte zurück.

Fazit ist: fast ausnahmslos dienen die oben beschriebenen mühevoll antrainierten Stellungen und Techniken nur der Erlangung des nächsten KYU-Grades (Gürtels), allenfalls noch zur KATA. Andererseits ist dieses KIHON- (Grundschul-) Training zur Förderung von Kraft, Schnelligkeit und Dynamik unzweifelhaft erforderlich, aber dient es denn auch zur Einstufung in ein bestimmtes Leistungs-Niveau, sprich Gürtelgraduierung? Wohl kaum, denn Karate soll nicht nur Wettkampf, sondern für den Breitensportler (ca. 95 % unserer Mitglieder) vorrangig Selbstverteidigung, Fitness und Körperschule sein, und da bedarf es anderer Bewegungsformen! Damit uns aber hier niemand falsch versteht; uns liegt es fern, andere Stilarten zu verteufeln. Unserer Auffassung nach ist das gesamte Grundschul- (Kihon) Training nur der Weg (DO) aber nicht das Ziel! Ein Ziel ist, wie in anderen Sportarten, auf unzählig vielen Wegen zu erreichen.

KOSHINKAN ist einer dieser vielen Wege und die Stilrichtung erfüllt die Anforderungen an ein modernes, zukunftsorientiertes und anwendbares Karate. Schon der Anfänger lernt, sich nicht nur wie in traditionellen Stilrichtungen, vor- und rückwärts zu bewegen, sondern flexibel einem Angriff auszuweichen. Angriffstechniken werden überwiegend vorwärts, Abwehrtechniken rück- und seitwärts aus Kamae trainiert. Die Abwehr wird fast ausnahmslos mit nachfolgenden Konter- und Angriffstechniken kombiniert. Nicht jede(r) Karate-Sportler (in) will nur möglichst schnell den nächst höheren Gürtel umbinden können. Die Gürtelprüfung soll ein schöner Nebeneffekt sein und selbstverständlich auch motivieren, aber vorrangiges Ziel ist doch das Erlernen von Wettkampf- und SV-Kombinationen, wobei im KOSHINKAN die Betonung ausdrücklich auf dem Wort KOMBINATIONEN liegt. KOSHINKAN ist Wettkampf-, Selbstverteidigungs- und Breitensporttraining und dieser Verpflichtung werden wir auch mit dem Prüfungsprogramm gerecht.

Das Prüfungsprogramm besteht aus einem Basis- und einem vereinsinternen Programm. Das letztere bezieht sich zu einem großen Teil auf Selbstverteidigung und anwendbare Angriffs- und Abwehrkombinationen. Das Basisprogramm geht hauptsächlich von der zur Prüfung geforderten KATA aus. Techniken aus der KATA werden also sowohl im Kihon (Grundschule) wie auch in der Kumite (Partnerkampf) gezeigt. Dieses gesamte Prüfungsprogramm erfordert kaum eine spezielle Prüfungsvorbereitung, denn es geht einher mit dem üblichen Karatetraining.


     

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